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Sport-News

16.04.2007

Massa wie «Schumi» - Heidfelds Zukunft offen

Sachir/Bahrain (dpa) - Von der Formel-1-Konkurrenz wurde Nick Heidfeld mit Lobeshymnen überschüttet, doch bei seinem Arbeitgeber fährt er noch nicht auf der Überholspur.

Auch nach der forschen Attacke auf Weltmeister Fernando Alonso beim Großen Preis von Bahrain wollte sich BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen nicht zu einem Treueschwur für «Quick Nick» hinreißen lassen. «Ich werde in nächster Zeit nichts mehr dazu sagen», sagte er stattdessen und reagierte genervt auf die Vertrags-Frage für seinen Chefpiloten.

Diese Hängepartie ist Heidfeld, der noch bis Ende der Saison für die Münchner fährt, gar nicht recht. «Ich würde mir einen guten Vertrag geben, und ich wüsste, ich würde ihn annehmen», sagte der 29 Jahre alte Mönchengladbacher und meinte: «Man kann sich doch einmal emotional leiten lassen.» Mit seinem dritten vierten Platz im dritten Saisonrennen und vor allem durch die spektakuläre Überholaktion gegen Alonso im Silberpfeil zeigte Heidfeld einmal mehr seine Klasse.

«Gutes Manöver. Kompliment», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug anerkennend. Und Alonso meinte: «Er ist ein gutes Rennen gefahren. Er ist einer der guten Fahrer.» Für Heidfeld-Chef Theissen war die Situation aus der 32. Runde «das Highlight nicht nur des Tages. Sondern eine Aktion, die den vierten Platz speziell macht.»

Von Personaldiskussion sind Ferrari und McLaren-Mercedes weit entfernt, auch wenn die Nummer-2-Piloten Massa und Lewis Hamilton in Bahrain ihre Teamkollegen Kimi Räikkönen und Alonso in den Schatten stellten. «Massa verkleidet sich wie Schumi», titelte die Zeitung «Il Tirreno». Und «La Gazzetta dello Sport» stellte fest: «Wie lange wird es noch dauern, bis Ferrari und McLaren-Mercedes eine Stallorder einführen werden?»

Vor allem für Massa war der Erfolg in Sachir Genugtuung für die Kritik nach seinem verpatzten Malaysia-Rennen. Sogar Ministerpräsident Romano Prodi gratulierte. Massas letztjähriger Lehrmeister Michael Schumacher, der den Grand Prix am Fernseher in seiner Wahl-Heimat Schweiz verfolgte, gratulierte ihm per Telefon. «Diesmal, wo er nicht mit Kimi Räikkönen sprach, ist die Leitung auch nicht zusammengebrochen», stichelte «La Gazzetta». In England bejubelte die «Times» Hamilton: «Brillanter Hamilton ist zum Titelanwärter aufgestiegen.»

Von Siegen ist BMW-Sauber allerdings noch entfernt, auch wenn die Weiß-Blauen erstmals beinahe auf dem selben Niveau wie Ferrari und McLaren-Mercedes fuhren - und sich als dritte Kraft etablierten. «Das war unser bisher stärkstes Rennen», sagte Theissen, nachdem auch der Pole Robert Kubica als Sechster erstmals in die Punkte kam. Kubica und Testpilot Sebastian Vettel gelten als Heidfelds härteste Konkurrenten für einen Stammplatz im BMW-Cockpit.

Die Aktion gegen Alonso nannte Heidfeld seinen «speziellsten und schönsten Moment in der Formel 1» und betonte: «Ich hätte am liebsten geschrien und die Hände vom Steuer genommen, aber ich musste ja noch ein paar Runden fahren.» Heidfeld weiß, was er an BMW-Sauber hat. «Wer mich kennt, weiß, dass ich mit Superlativen geize. Aber das ist de facto eine schöne, geile Zeit und ich habe so viel Spaß wie noch nie», sagte er und machte deutlich, dass er seine Zukunft in Weiß-Blau sieht.

Vor dem Europa-Auftakt am 13. April in Barcelona liegt das Trio Alonso, Räikkönen und Hamilton mit jeweils 22 Punkten gleichauf, Massa (17 Punkte) hat sich in Lauerstellung gebracht. Heidfeld (15) rangiert als bester des deutschen Formel-1-Fahrer-Quartetts auf Platz fünf - mit Tendenz nach oben. Theissen weiß, dass es nicht leicht wird, den Abstand zu den Rivalen zu verringern: «Die ersten Sekunden zu schaffen ist einfach. Schwierig sind die letzten Zehntel.»

 

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