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Sport-News

16.04.2007

Schwere Wahl der UEFA für EM-Ausrichter 2012

Cardiff/Wales (dpa) - Die Wahl des Gastgebers der Europameisterschafts-Endrunde 2012 ist für die Europäische Fußball- Union (UEFA) so knifflig wie lange nicht mehr.

Italien hat die Favoritenrolle bei der Vergabe durch die UEFA-Exekutive am 18. April in Cardiff wegen des Liga-Manipulationsskandals eingebüßt. Und da der politische Machtkampf in der Ukraine die gemeinsame Bewerbung mit Polen belastet, darf sich nun sogar Außenseiter Kroatien/Ungarn trotz der bekannt geringen Begeisterung der Magyaren für den Fußball noch eine Chance ausrechnen. «Einen Favoriten gibt es nicht», sagte der deutsche UEFA-Vizepräsident Gerhard Mayer-Vorfelder vor der Entscheidung des 14-köpfigen Exekutivkomitees.

Trotz der instabilen Lage in der Ukraine spricht einiges dafür, dass erstmals seit 1960 ein Kandidat aus Osteuropa den Zuschlag bekommen könnte. Friedensnobelpreisträger Lech Walesa hat in einem Brief an UEFA-Präsident Michel Platini für das Kandidaten-Duo geworben. «Die Vergabe der EM an Polen und die Ukraine wäre ein deutliches Zeichen», schrieb er. Diese Entscheidung würde mit Sicherheit keiner bedauern. Auch FIFA-Präsident Joseph Blatter hatte seine Sympathien für diese Bewerber-Gemeinschaft bekundet.

Entscheidend könnte der Einfluss von Platini sein. Der Franzose war auch dank osteuropäischer Stimmen im Januar ins UEFA-Spitzenamt gewählt worden und hätte nun Gelegenheit zur Revanche. Allerdings hat der 51-Jährige, als Profi einst bei Juventus Turin tätig, öffentlich bisher nicht zu erkennen gegeben, zu welchem Bewerber er tendiert.

Italiens neuer Fußball-Verbandschef Giancarlo Abete konnte Ende voriger Woche auf seiner EM-Werbetour bei Platini und Blatter nur die restlose Aufklärung des Liga-Skandals versprechen. «Es wäre nicht fair, zu verschweigen, dass die Bewerbung von den schwierigen Ereignissen in Italien überschattet wird», sagte der Präsident des Organisationskomitees, Luca Pancalli, «doch der Plan für die EM 2012 zeigt, dass wir zuversichtlich sind, was die Zukunft angeht.» Italien habe Vertrauen in die sportlichen Institutionen und die UEFA, «die uns bestimmt nicht auf Grund der Ereignisse der Vergangenheit bewertet». Die Gegenwart bietet aber wenig Hoffnung: Schließlich hat die Staatsanwaltschaft in Neapel gerade 48 Schiedsrichter und Funktionäre wegen Sportbetrugs angeklagt.

Die Aktien von Bewerber Kroatien/Ungarn sind durch die Turbulenzen bei den Rivalen gestiegen. «Wir würden lieber den EM-Zuschlag erhalten, als mit Kroatien Weltmeister werden», sagte Vlatko Markovic, Präsident des kroatischen Verbandes. «Langfristig wäre das viel nützlicher für unser Land.» Während die Begeisterung in Kroatien hoch ist und die EM-Kandidatur von 83 Prozent der Bevölkerung unterstützt wird, ist das Interesse in Ungarn, das sich zusammen mit Österreich vergeblich um die EURO 2004 beworben hatte, eher gering: Nur 45,5 Prozent der Magyaren wollen die EM. Ein Grund könnte sein, dass sich das ungarische Nationalteam seit 20 Jahren nicht mehr für ein großes Turnier qualifiziert hat.

Die drei Bewerber haben einen Tag vor der Abstimmung in der walisischen Hafenstadt noch einmal drei Stunden lang Gelegenheit, die 14 Exekutivkomitee-Mitglieder von ihren Vorzügen zu überzeugen. Bei der Vergabe für die EURO 2004 hatte Außenseiter Portugal in letzter Minute noch die Gunst der UEFA-Funktionäre gewonnen. 2008 werden Österreich und die Schweiz EM-Ausrichter sein. Noch nicht abgeschlossen ist die Diskussion, ob die UEFA die Endrunde 2012 von 16 auf 24 Mannschaften aufstocken wird. «Ich halte die Größe von 16 Teams für korrekt», meinte Mayer-Vorfelder.

In der ersten Bewerbungsphase hatten sich zehn nationale Verbände mit acht Kandidaturen um die EM-Austragung in fünf Jahren bemüht. Im November 2005 reduzierte das UEFA-Exekutivkomitee das Kandidatenfeld auf die drei Finalisten und sortierte die Türkei sowie Griechenland aus. Zuvor waren Aserbaidschan, Rumänien und Russland ausgeschieden.

 

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