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Sport-News

16.04.2007

«Torknacker» Ballack rettet Chelseas Traum

London (dpa) - Michael Ballack hat mit seinem Siegtor im englischen Pokal-Halbfinale die Eiszeit in Chelseas Führungsetage beendet.

Club-Besitzer Roman Abramowitsch freute sich über den Einzug ins Pokalfinale so sehr, dass er nur kurze Zeit nach Ballacks erlösendem 2:1 in der Verlängerung über die Blackburn Rovers einen Schlussstrich unter den monatelangen Streit mit Trainer Jose Mourinho gezogen hat. Eine Ablösung des Portugiesen zum Saisonende gilt in London nun wieder als unwahrscheinlich. Dennoch wird seit dem Pokal-Wochenende auch Jürgen Klinsmann als potenzieller Nachfolger gehandelt.

«Liebesgrüße aus Moskau», titelten gleich mehrere Zeitungen über die neu entflammte Liebe zwischen Abramowitsch und Mourinho. Der milliardenschwere Russe umarmte den Coach nach dem Triumph und besuchte erstmals seit vier Monaten wieder Trainer und Mannschaft in der Umkleidekabine. «Roman startet das Tauwetter», schrieb die «Daily Mail» und auch der «Mirror» glaubt, dass «der kalte Krieg» nun vorbei sei.

Kein Wunder, dass Mourinho Ballack in den höchsten Tönen lobte. «Er hat es nicht erst heute seinen Kritikern gezeigt, sondern seit dem ersten Tag. Ballack ist ein Top-Profi, ein Siegertyp. Er kam nach London, um zu gewinnen und alles zu geben. Ich bin sehr glücklich, dass er heute der Siegtorschütze war», sagte der Portugiese: «Nur ein wahrer Anführer konnte dem Druck standhalten. Das war ein historisches Tor.»

Als alle bereits mit einem Elfmeterschießen rechneten, war der Deutsche zur Stelle und verwandelte einen abgeprallten Schuss von Salomon Kalou zum 2:1 (109.). «Ballack war wahrscheinlich der einzige Spieler auf dem Feld, der keine Angst vor Elfmetern hatte», staunte der «Telegraph». Nur der «Guardian» konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen und stichelte: «Es war zu erwarten, dass der Spieler, der am wenigsten Ausrede hatte, müde zu sein, den Siegtreffer schießen würde.»

Ballack selbst freut sich bereits auf «das absolute Traumfinale» gegen Manchester United. «Es ist für beide Teams eine fantastische Saison», sagte der 30-Jährige, dem die Boulevardzeitung «The Sun» den Beinamen «Torknacker Ballack» verpasste. Sowohl «ManU» als auch Chelsea können noch drei Titel gewinnen. Gut möglich, dass beide Teams im Mai innerhalb von nur 14 Tagen drei Mal aufeinander treffen. Am vorletzten Spieltag an der Stamford Bridge zum Showdown in der Premier League, anschließend in den Endspielen um den FA-Cup und der Champions League. «Schau' mer mal», meinte Ballack.

Eine Verpflichtung von Jürgen Klinsmann, den die «Sun» als Mourinho-Nachfolger ins Spiel gebracht hatte, gilt in London als unwahrscheinlich. «Wir haben kürzlich mal aufgezählt, wie viele Trainer im Sommer angeblich meinen Job antreten werden. Wir kam auf 13», scherzte Mourinho. Chelsea-Direktor Eugene Tenenbaum soll sich vor einigen Tagen mit Klinsmann in Los Angeles getroffen haben. Der englische Meister hält sich offiziell bedeckt. «Kein Kommentar», sagte Mediendirektor Simon Taylor auf Anfrage der dpa.

 

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